SAPPEUR KORPS ERFTTAL 1973 E.V.

Es mag sich beim Aufmarschieren der Sappeure schon mancher gefragt haben, wo diese Schützen mit Ihren eigenwilligen und markanten Uniformen ihren Ursprung finden.

Da hierzu keiner eine bessere Auskunft erteilen konnte, als der Stadtarchivar Josef Lange, wollen wir aus seinem Buch zum 150-jährigen Bestehen des Neusser-Bürger-Schützenvereins „Bürger und Bürgerssöhne“ zitieren:

Als „Sappeure“ wurden in Zeiten vergangener Kriegskunst die Soldaten bezeichnet, welche die Sappen, die Lauf- und Annäherungsgräben beim Kampf um befestigte Stellungen und feste Plätze, anlegten. Zeitweilig fielen sie unter den Sammelbegriff Pioniere, zeitweilig unterschied man Pioniere, Mineure und Sappeure. Zur allgemeinen üblichen Bewaffnung führten die Sappeurs als Spezialgerät eine langgestielte Zimmermannsaxt und zur Uniform trugen sie zusätzlich eine Lederschürze als Schutz. Ihre technische Verwendung beschränkte sich nicht auf das Ausheben und Befestigen von Sappen, ebenso gut konnten sie beim Hindernisräumen, beim Bäume fällen, bei der Herrichtung von Schanzpfählen, beim Biwak- und Lagerbau eingesetzt werden. Daher war Ihr Platz auch an der Spitze der marschierenden Truppe. Die französische Bezeichnung sagt nicht, dass es sich ausschließlich um eine in der französischen Armee übliche Formation gehandelt habe; französische Bezeichnungen waren in den europäischen Heeren allgemein üblich und Sappeurs brauchte man überall. Sogar die harmlosen Bürgermilizen der Hansestädte Hamburg und Lübeck und kleinere Staaten verfügten über Sappeurs und behielten sie noch bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts bei, als die großen Armeen längst zu Pioniereinheiten von höherem technischen und militärischen Wert übergegangen waren.